Antworten auf häufig gestellte Fragen

Gerade wenn unsere Saison beginnt, sind wir Weihnachtsbaumerzeuger tagtäglich mit der Vorbereitung und dem Verkauf der Bäume beschäftigt. Trotzdem können Sie uns gerne unter Kontakt persönlich erreichen. Medienvertreterinnen und -vertreter steht die E-Mail-Adresse presseservice(at)kollaxo.com offen. Da viele Fragen zum Weihnachtsbaum jedoch häufiger auftauchen, haben wir uns auf dieser Seite den wichtigsten Themen gewidmet, um Ihnen möglichst schnell weiterzuhelfen.

In folgender Übersicht finden Sie Fragen und Antworten zu den Themen „Markt und Preise von Weihnachtsbäumen“, „Produktion der Naturbäume“ sowie „Gesundheit und Umwelt“. Infos und Tipps, die für Verbraucherinnen und Verbraucher wissenswert sind, entnehmen Sie bitte den jeweils verlinkten Seiten.

Markt und Preise

Die Erzeugerverbände prognostizieren trotz der Hitzesommer der letzten Jahre, trotz des Spätfrostes im Frühjahr und trotz des Mehraufwandes aufgrund der Coronakrise weitgehend konstante Preise für Weihnachtsbäume 2020. Sie bleiben auf dem Vorjahresniveau oder steigen nur moderat für die höheren Qualitätsstufen. Der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland e.V. und der Verband natürlicher Weihnachtsbaum e.V. gehen von einem Laufmeterpreis für Nordmanntannen von 20 bis 27 Euro, für Blautannen von 12 bis 16 Euro und für Fichten von 9 bis 12 Euro aus.

Je nach Sorte, Größe und Qualität variieren die Preise für einen Weihnachtsbaum. Besonders schöne und größere Bäume können auch noch teurer sein. Denn die Produzenten müssen für Prachtexemplare einen besonderen Aufwand betreiben.

Lesen Sie hierzu wie viel Arbeit in den Weihnachtsbäumen steckt.

Hinzu kommen die Ernte- und Vermarktungskosten mit viel Personal sowie teilweise hohen Standgebühren. Der Wettbewerb und die zusätzlichen Importe sorgen für eine situationsgerechte Preisbildung.

Der Weihnachtsbaum erfreut sich seit Jahren einer stabilen Nachfrage. Das Marktvolumen umfasst in Deutschland rund 25 Mio. Bäume. Davon kaufen die privaten Haushalte gut 21 Mio. Stück, 3 bis 4 Mio. Bäume werden von gewerblichen Kunden aufgestellt.

Die meisten Bäume werden in der Größenklasse 1,50 – 2,00 m gekauft, der Anteil ist hier in den letzten Jahren gewachsen. Es heißt, der Traumbaum der Deutschen hatte bereits 2003 die Maße von Marilyn Monroe erreicht, die 1,64 m maß, und entwickelt sich heute eher in Richtung von Heidi Klum (1,77 m)…

Der Weihnachtsbaumhändler liegt als Verkaufsort mit einem Anteil von 32 Prozent an der Spitze, gefolgt vom Kauf direkt ab Hof der Erzeuger mit 27 Prozent. Bau- und Verbrauchermärkte kommen auf einen Anteil von 20 Prozent , Gartencenter und Gärtnereien auf 16 Prozent. Der Rest der zum Fest aufgestellten Bäume stammt aus dem eigenen Garten oder wechselt als Geschenk den Besitzer. In den vergangenen Jahren spielt auch der Online-Handel eine Rolle, allerdings entscheiden sich etwa 95 Prozent der Käufer aufgrund des fehlenden Einkaufs- und Auswahlerlebnisses für den Kauf vor Ort.

Aus Sicht des Finanzamts ist der Weihnachtsbaum ein recht komplexes Produkt. An jedem verkauften Baum verdient der Fiskus über die Mehrwertsteuer mit, wie das so üblich ist. Während die meisten Produkte einen bestimmten Steuersatz haben, gibt es für Weihnachtsbäume gleich vier verschiedene. Wieviel das Finanzamt an Mehrwertsteuer abzwackt, hängt unter anderem davon ab, wer den Baum verkauft und wie er aufgewachsen ist.

Bei einem Plastikbaum berechnet der Fiskus den vollen Umsatzsteuersatz von 19 Prozent.

Der allgemein für Pflanzen gültige ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent Umsatzsteuer gilt für den artgerecht aufgewachsenen Baum, beispielsweise vom Baumarkt.

Nochmal anders sieht es aus, wenn der Baum direkt von einem Landwirt stammt. Denn Landwirte haben aus Gründen der Vereinfachung die Möglichkeit, für ihre Geschäfte einen pauschalen Steuersatz abzurechnen. Hat der Landwirt den Baum im Wald geschlagen, wo er wild und frei aufgewachsen ist, zahlt der den pauschalen Satz von 5,5 Prozent. Hat er den Baum dagegen in einer Großkultur gezüchtet, beträgt der Steuersatz 10,7 Prozent.

Der Landwirt kann unter Umständen auch auf die Pauschalisierung verzichten, dann zahlt er die normalen 7 Prozent. Und wenn er weniger als 140 Bäume im Jahr verkauft oder einen Umsatz von weniger als 17.500 Euro erzielt, kann er sich von der Mehrwertsteuer sogar komplett befreien lassen.

Produktion

In Deutschland werden überwiegend Tannen und Fichten angebaut und nachgefragt. Der mit großem Abstand gefragteste und wichtigste Baum ist die Nordmanntanne. Ihr Marktanteil lag in den letzten Jahren bei knapp 80 Prozent, im Norden ist er etwas höher, im Süden etwas niedriger.

Wenn auch mit großem Abstand, aber die Nummer 2 in der Beliebtheit ist und bleibt die Blaufichte. Ihr Marktanteil liegt bei ca. 10 Prozent.

Mehr über die verschiedenen Baumarten gibt es hier zu lesen.

Die angebotenen Bäume kommen aus speziell angelegten Weihnachtsbaumkulturen. Etwa 2.100 Erzeuger produzieren in Deutschland auf ihren landwirtschaftlichen Flächen Weihnachtsbäume. Hinzu kommen einige Flächen im Forst. Der Anbau von Weihnachtsbäumen ist in ganz Deutschland anzutreffen, Anbauschwerpunkte sind das Sauerland, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Aus deutschem Anbau stammen fast 90 Prozent der inländischen Nachfrage. Bei den Importen handelt es sich in erster Linie um Nordmanntannen aus dem nahen Dänemark.

Eine beispielsweise zwei Meter große Nordmanntanne ist 12 bis 14 Jahre alt. Davon hat sie drei bis vier Jahre in der Baumschule verbracht. Die restlichen neun bis elf Jahre steht sie in der Weihnachtsbaumkultur.

Um die Weihnachtsbaumkulturen muss sich der Zuchtbetrieb nicht nur in bestimmten Jahreszeiten kümmern, sondern das gesamte Jahr über, von Frühling bis Winter, und das über viele Jahre. Die Dauer wird letztlich von der Wuchsgeschwindigkeit des jeweiligen Baumes vorgegeben.

Das Saatgut für den Anbau von Nordmanntannen wird größtenteils aus Georgien importiert, da das Saatgut dieser Herkunft besonders positive Eigenschaften besitzt. Zur Ernte werden die Zapfen für die Saatgutgewinnung von Bäumen mit bis zu 40 m Höhe fachkundig von Hand gepflückt. Die Zapfenpflücker sind bei ihrer Arbeit heutzutage gesichert. Um die hochwertige Qualität zu gewährleisten, wird die Saatguternte oftmals von Vertretern der Baumschulen begleitet.

Die Produktion von Weihnachtsbäumen in marktgerechten Qualitäten hängt maßgeblich von der Wahl des Saatgutes und dessen natürlichen genetischen Eigenschaften ab. Die verschiedenen Herkünfte entwickeln sich, obwohl sie derselben Art angehören, je nach Standort (Terroir) unterschiedlich.

Die Herkünfte um Borchomi und Ambrolauri in Georgien zeichnen sich durch ein besonders schönes Wuchsbild aus, sowie durch einen späten Austrieb im Frühjahr, was das Frostrisiko vermindert.

Besonders gefährlich sind Spätfröste im Frühjahr. Die Bäume haben zu diesem Zeitpunkt häufig schon ausgetrieben, und der Frost zerstört die noch frischen Triebe.

Bei langanhaltendem Winterfrost sind die Bäumchen nicht in der Lage, Wasser und Nährstoffe in das Geäst zu transportieren und verkümmern ganz oder teilweise.

Zudem kann sommerliche Trockenheit gerade die Jungpflanzen schädigen.

Die frischen, noch weichen Triebe sind beim Wild sehr begehrt, die Schäden sind ähnlich wie beim Frühjahrsfrost. Die meisten Weihnachtsbaumquartiere werden daher mit einem Wildschutzzaun versehen.

Ja, aber der Befall ist witterungsabhängig und tritt nur selten auf. Als mögliche Schädlinge sind vor allem der Fichtentriebzünsler und verschiedene Arten von Läusen gefürchtet. Bei starkem Befall müssen die Kulturen nach der Maßgabe des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geschützt werden.

Vögel landen zumeist auf dem sogenannten Terminaltrieb, der Spitze eines Baumes. Ein junger, noch nicht verholzter Terminaltrieb kann sehr leicht abbrechen. Damit die Vögel sich nicht auf die wertvolle Spitze setzen und sie abbrechen, werden als Sitzmöglichkeit für die Vögel per Hand an die Spitze der Bäume Holzstäbe angeklemmt.

In den ersten Jahren wachsen die Bäume eher langsam. Die Pflegearbeiten konzentrieren sich auf die Regulierung der Begleitflora, eine entzugsorientierte Düngung sowie der Kontrolle auf Schädlingsbefall und ggf. Behandlung. Ab dem sechsten Jahr kommen Arbeiten zur Terminalverkürzung und für den Formschnitt hinzu:

  • Um das Spitzenwachstum zu hemmen und damit die Abstände zwischen den Astreihen gleichmäßig zu halten, wird mit einer Spezialzange der Saftstrom gehemmt. Der Wuchs des Terminaltriebes wird auf diese Weise mechanisch gebremst.
  • Durch manuelles Herauszwicken der äußersten Triebe regulieren die Erzeuger den Wuchs der Seitentriebe und erzielen somit eine regelmäßige Rundung des Baumes und schmalere Baumformen. Diese Arbeiten werden auch Formschnitt genannt. Die Triebverkürzung stellt eine qualitätsfördernde Maßnahme zur Erzielung formschöner Bäume dar und verlängert damit die Produktionszeit und das Produktionsrisiko um ein ganzes Jahr.

Weihnachtsbäume sind relativ anspruchslos und wachsen auch auf leichten Böden mit geringen Humusanteilen. Zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und einer ausreichenden Nährstoffversorgung müssen Weihnachtsbaumkulturen gedüngt werden. Die Düngergaben werden bedarfsgerecht nach Bodenanalysen ausgebracht. Neben Kalk zur Regulierung des PH-Wertes werden in erster Linie Stickstoff, Phosphat und Kalium benötigt. Anders als beispielsweise bei der Monokultur Mais, sind die Böden einer Weihnachtsbaumkultur aufgrund der meist zehnjährigen Standzeit keineswegs ausgemergelt oder erosionsgefährdet.

Zunächst wird stets nach Bodenanalysen, d.h. dem Nähstoffentzug entsprechend gedüngt. Im Vergleich zu üblichen Düngegaben im Getreidebau (Weizen: 240 kg N/ha) werden Weihnachtsbäume mit etwa 80 kg N/ha nur sehr schwach gedüngt. Oftmals werden stabilisierte Stickstoffdünger eingesetzt, die eine Nitratauswaschung vermindern. Zudem bleiben die Fahrgassen ungedüngt. Eine Belastung der Umwelt ist somit ausgeschlossen.

Bereits im Sommer sieht man farbige Bändchen in den Kulturen. Die Etikettierung dient der Qualitäts- und Größensortierung. Mit der Etikettierung der Bäume wird Anfang August begonnen, dann ist die Verholzung der jungen Triebe weitestgehend abgeschlossen und die endgültige Qualität der Bäume erkennbar. Der Erzeuger gewinnt damit für die bevorstehende Saison die notwendige Information über die Anzahl der vermarktungsfähigen Bäume und deren Qualitäten.

Die Ernte beginnt Ende November und läuft dann je nach Bedarf bis kurz vor Weihnachten.

Wichtig ist der sorgfältige Umgang mit den Bäumen. Zu einer ordnungsgemäßen Ernte zählen ein gerader Schnitt, ein ausgeputzter Stamm und die Vermeidung jeglicher Schleifspuren am Baum. Weiterhin muss das sogenannte „Abgasen“ berücksichtigt werden. In gleicher Weise wie beispielsweise Äpfel produziert auch ein Weihnachtsbaum bei der Ernte Äthylengas, das den Reifeprozess beschleunigt. Um diesen unerwünschten Reifeprozess zu vermeiden, müssen die Bäume etwa zwei Tage liegen gelassen und dann erst eingenetzt und gestapelt werden. Wenn diese Grundregeln beachtet werden, bleibt ein Baum ohne Probleme die gesamte Weihnachtszeit frisch.

Die Bäume werden einzeln mit einer Motorsäge oder Motorzange geschnitten. Das Fachwort dafür ist „motormanuell“.

Verglichen mit dem derzeit üblichen Ackerbau, ist der Einsatz von Düngemitteln gering. Pflanzenschutzmittel sind häufig nicht erforderlich bzw. werden nur punktuell eingesetzt. Bedingt durch diese extensive Nutzung der Flächen und die lange Produktionszeit von neun bis elf Jahren auf einem Quartier, entstehen für viele Lebewesen und Pflanzen sehr günstige Bedingungen und es entwickelt sich eine artenreiche Fauna und Flora.

Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Münster und des Institutes für Landschaftsökologie der Universität Münster belegen, dass die Weihnachtsbaumkulturen die Nistmöglichkeiten und damit das Vorkommen von seltenen und vom Aussterben bedrohten Vogelarten fördern. Hierzu zählen Heidelerchen, Kiebitze, Rebhühner, Neuntöter und Heckenbraunellen.

Bei dem Anbau von Nordmanntannen handelt sich um eine extensive Ackerkultur mit geringer Ertragsleistung. Besonnte Offenflächen, begrünte Fahrgassen und Randflächen schenken auch seltenen Echsen und Insekten Lebensraum.

In den jungen Kulturen können zur Regulierung der Begleitflora Herbizide eingesetzt werden. Sobald ein Bestandsschluss in der Weihnachtsbaumkultur besteht, oft ab dem 4. Standjahr bis zur Ernte, erfolgt in den nachfolgenden sechs Jahren ein Einsatz nur bei Bedarf. Das Unkraut wird sehr oft mechanisch durch Mähen und Mulchen im frühen Sommer reguliert. Dies ist zwischenzeitlich auch wirtschaftlicher.

Als mögliche Schädlinge muss vor allem auf den Fichtentriebzünsler geachtet werden. Bei starkem Befall müssen die Kulturen mit eigens hierfür vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zugelassenen Pflanzenschutzmittel (Insektizid) behandelt werden.

Vorbeugend gegen Pilzbefall im Weihnachtsbaumanbau ist die gute Durchlüftung der Kultur. Deshalb sind Stumpfbeschneidung (Entfernung des untersten Astkranzes), ein ausreichend großer Pflanzabstand und das Meiden von feuchten Tallagen heute Standard. Netzschwefel gegen Gallmilben und Algenbelag wird als Fungizid im Weihnachtsbaumanbau teilweise eingesetzt. Dies ist ein Mittel, das auch im ökologischen Anbau verwendet wird.

Es gibt sehr umfangreiche und detaillierte Vorgaben für den Einsatz und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Diese sind im Pflanzenschutzgesetz geregelt. Dazu zählen:

  1. Sachkundenachweis
  2. Anwendung nur zugelassener Pflanzenschutzmittel
  3. amtliche Kontrolle (Spritzen-TÜV)
  4. Anwendungshinweise, Dosierungen einhalten
  5. Bienenschutz
  6. Wartezeiten beachten etc.

Im Rahmen des deutschen Fachrechts, von Cross Compliance sowie der Zertifizierung nach GlobalGAP dokumentieren die landwirtschaftlichen Betriebe ihre Pflanzenschutzanwendungen schlagbezogen. Hier wird die Anwendungsfläche, das Anwendungsdatum, die Kultur, das Mittel, die zugelassene Aufwandsmenge, die ausgebrachte Aufwandsmenge, der Grund der Anwendung, die Art der Anwendung, die Wartezeit und der Name des Anwenders festgehalten.
Die größeren Betriebe, die auch im Handel tätig sind, sind mehrheitlich nach GlobalGAP zertifiziert.
Der Landwirt kann somit jederzeit dokumentieren, wo, was, wie viel, wie und durch wen Mittel ausgebracht wurden.

Abgesägte und nicht verkaufte Bäume werden vom Produzenten nach Weihnachten geschreddert, auf die
Produktionsfläche ausgebracht und in den Boden eingearbeitet.

Gesundheit und Umwelt

Nein, es bestehen keine gesundheitlichen Gefahren, die von Christbäumen ausgehen.

Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger lies 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 von dem international anerkannten Labor „Eurofins“ in Hamburg bundesweit Nadelproben ziehen und untersuchen. Soweit überhaupt Rückstände nachgewiesen wurden, handelte es sich ausschließlich um zugelassene Mittel. Alle Analysewerte lagen unter den für Lebensmittel zulässigen Grenzwerten und bestätigen die Unbedenklichkeit der Bäume.

Auch größere Betriebe und Weihnachtsbaumhändler lassen durch Eurofins jährlich ihre Bäume kontrollieren. Nach Rücksprache mit dem einen oder anderen Betrieb vor der Saison 2016 waren dort alle Analysen ohne Befund, d. h. es wurde kein chemischer Wirkstoff gefunden.

Nein, die Anlage von Weihnachtsbaumplantagen ist in Deutschland genehmigungspflichtig, wobei auch die Umweltverträglichkeit genau geprüft wird. In der Regel ist die Untere Landschaftsbehörde zuständig, deren Aufgabe die Einhaltung des Naturschutzgesetzes ist. Somit ist ausgeschlossen, dass durch Weihnachtsbäume wertvolle Natur- oder Waldflächen verloren gehen.

Verglichen mit derzeit üblichem Ackerbau ist der Einsatz von Düngemitteln sehr gering, Pflanzenschutzmittel sind häufig nicht erforderlich, bzw. werden nur punktuell eingesetzt. Bedingt durch diese extensive Nutzung der Flächen und die lange Produktionszeit von neun bis zehn Jahren auf einem Quartier, entstehen für viele Lebewesen und Pflanzen sehr günstige Bedingungen und es entwickelt sich eine artenreiche Fauna und Flora. Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Münster und des Institutes für Landschaftsökologie der Universität Münster belegen, dass die Weihnachtsbaumkulturen die Nistmöglichkeiten und damit das Vorkommen von seltenen und vom Aussterben bedrohten Vogelarten fördern. Hierzu zählen Heidelerchen, Kiebitze, Rebhühner, Neuntöter und Heckenbraunellen.

Es handelt sich um eine extensive Ackerkultur mit geringer Ertragsleistung. Besonnte Offenflächen, begrünte Fahrgassen und Vorgewende mit vielfältiger Sukzessionsflora ermöglichen den Lebensraum für diese seltenen Vögel, Echsen und Insekten.

Der Anbau von Weihnachtsbäumen auf landwirtschaftlichen Flächen ist auch aus Sicht der CO2-Bilanz positiv zu bewerten. Forstexperten gehen davon aus, dass auf einem Hektar einer Weihnachtsbaumkultur während der üblichen zehn Standjahre bis zu 145 Tonnen Kohlendioxid gebunden werden.

Die nachhaltige Bewirtschaftung der Weihnachtsbaumkulturen wird als Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz der Branche angesehen. Die Weihnachtsbaum-Erzeugung nach derzeit fachlicher Praxis erfüllt die Kriterien der DLG-Nachhaltigkeitsstandards sowie die Kriterien umweltverträglicher Landwirtschaft im System der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Darüber hinaus lassen sich zunehmend Betriebe der Weihnachtsbaumbranche zertifizieren (z. B. nach Global G.A.P.), ein weiterer Beleg für das starke Bemühen um Nachhaltigkeit.

Der Baum sollte vollständig abgeschmückt sein. Nur so ist er ein kompostierbares Naturprodukt. Entweder sollte er zerkleinert im eigenen Garten kompostiert oder beim regionalen Entsorgungsunternehmen abgegeben werden. Meist führen die Kommunen auch Sammlungen durch oder richten öffentliche Sammelstellen ein. Dann schließt sich der stoffliche Kreislauf wieder.

Alternativ kann man im Folgewinter wohlige Kaminwärme aus dem getrockneten Baum gewinnen oder ihn für interessante DIY-Projekte nutzen (vgl. Rubrik „Tipps“).

Übrigens: Zoologische Gärten und Wildparks nehmen – entgegen landläufiger Meinung – keine „gebrauchten“ Bäume an. Das Risiko, dass sie noch Deko-Reste enthalten, ist für die Tiere viel zu groß.

Ein im Topf aufgewachsener Baum kann nur für die jungen Jahre genutzt werden, da er irgendwann zu schwer für den Transport wird. Problematisch sind auch die Temperaturunterschiede zwischen der Wohnung und dem eigentlichen Standort draußen, die sich negativ auf die Gesundheit des Baumes auswirken.
Auch die Aufzucht gestaltet sich schwierig. Da einige Arten, wie zum Beispiel der beliebten Nordmanntanne, lange Pfahlwurzeln bildet, müssen diese von den Baumschulen viele Jahre unterschnitten werden, damit das Wurzelwerk nicht in die Tiefe geht.

Der Baum im Topf erfüllt auch nicht seine ökologische Funktion, wenn dieser über weite Strecken angeliefert und nach dem Fest wieder abgeholt wird.