Jedes Jahr kommt es vermutlich auch in Ihrer Familie zu den Grundsatzfragen ums Fest: Welcher Weihnachtsbaum soll es diesmal sein? Tanne, Fichte oder Kiefer? Natürlich oder künstlich? Für das Klima sollte es ein echter Weihnachtsbaum sein.

Über Geschmack und damit die letzte der drei Fragen kann man bekanntlich streiten, nicht aber über die Unterschiede in der Klimabilanz zwischen natürlichen und künstlichen Weihnachtsbäumen. Denn der Plastikbaum hat ein Umweltproblem: Er ist biologisch nicht abbaubar, weil er häufig aus Polyvinylchlorid, kurz PVC oder Polyethylen, kurz PE besteht. Diese Kunststoffe werden wiederum aus fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Gas oder Kohle hergestellt. Es dauert Jahrhunderte, bis das Plastik abgebaut ist. Währenddessen gerät es als Mikroplastik in die Nahrungskette von Fischen, Tieren und Menschen.

Grundsätzlich ist jeder Baum CO2-neutral. Während des Wachstums spaltet der Baum Kohlendioxid aus der Luft durch Photosynthese in Kohlenstoff und Sauerstoff. Den Kohlenstoff nutzt der Baum zum Wachstum und speichert ihn in Stamm, Ästen und Nadeln. Den Sauerstoff gibt der Baum an uns zum Atmen ab. Nach seiner Lebensphase gelangt der gespeicherte Kohlenstoff wiederum als CO2 in die Atmosphäre – sofern das Holz nicht vom Menschen noch für andere schöne Zwecke genutzt wird.

Grundlegende Studie aus Kanada

Dennoch hat lange Zeit eine Untersuchung gefehlt, die explizit den Vergleich von Plastikbäumen und natürlichen Weihnachtsbäumen unter die Lupe nahm. Doch das ist seit 2009 anders. Eine Nachhaltigkeitsstudie des Ellipsos Instituts im kanadischen Montreal hat berechnet, wie die CO2-Bilanz eines natürlichen Weihnachtsbaums im Vergleich zu einem Plastikbaum aussieht. Das Ergebnis ist eindeutig: Der natürliche Weihnachtsbaum hat eine nahezu neutrale CO2-Bilanz. Je nach Szenario schwankt sie um -0,5 bis 3 kg CO2. Der durchschnittliche Plastikbaum produziert dagegen rund 48 kg CO2 bei Herstellung, Transport und Entsorgung. Dabei wurden in der Studie einige positive Effekte des natürlichen Weihnachtsbaumes gar nicht mal berücksichtigt. Denn die spätere Holzverwertung als Möbel- oder Werkmaterial speichert das CO2 längerfristig.

Das Ergebnis der Forscher ist eindeutig: Mindestens 17 Jahre müssten Sie immer denselben Plastikbaum nutzen, bevor er mit einem natürlichen Weihnachtsbaum ökologisch mithalten kann.

Britische Studie bestätigt Ergebnisse

In jüngster Zeit bestätigten andere internationale Wissenschaftler die kanadische Studie. So berechneten Forscher des britischen Consultingunternehmens Carbon Trust, dass bei der Produktion eines zwei Meter hohen Plastikbaums ungefähr 40 kg CO2-Äquivalent entstehen. Zwei Drittel der Emissionen entfallen dabei auf die PVC-Produktion, ein Drittel auf die eigentliche Herstellung des Baums. Zum Vergleich: Verbrennt man einen natürlichen Weihnachtsbaum, so entstehen laut der englischen Beratungsfirma nur 3,5 kg Kohlendioxid-Äquivalent. Damit ist wissenschaftlich bewiesen, dass der natürliche Weihnachtsbaum für das Klima die bessere Wahl darstellt.

Also: Wenn Sie neben den ästhetischen und emotionalen Vorteilen des natürlichen Weihnachtsbaumes noch ein weiteres Argument brauchen, um Familie oder Lebenspartner zu überzeugen – „a real tree for future“ wäre ein gutes. Hier finden Sie weitere Tipps zum Kauf.