Weihnachten ohne Weihnachtsbaum ist kein richtiges Weihnachten. Schön soll er sein, ganz besonders schön! Wie aber wird der Weihnachtsbaum so hübsch, wie wir alle ihn wollen?

Für den Weihnachtsbaum hat jeder seine eigenen Vorstellungen in Hinsicht auf Wuchs, Größe und Form. Er darf nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein. Schön dicht sollen die Zweige stehen, und der Baum dabei möglichst den typischen Dreieckswuchs haben. Diesem Schönheitsideal entsprechen die Tannen und Fichten in der freien Natur aber nur selten. In Wald und Flur werden sie oft von Rehen verbissen, geraten zu dünn und erreichen viel zu selten die ersehnte Pyramidenform.  

Nordmanntanne ist besonders beliebt

Der beliebteste Weihnachtsbaum ist eindeutig die Nordmanntanne, sie hat in Deutschland einen Marktanteil von fast 80 Prozent. Trotz des Namens (sie ist nach einem Naturforscher des 19. Jahrhunderts benannt) kommt das Saatgut für ihren Anbau nicht aus dem hohen Norden, sondern zumeist aus dem kaukasischen Georgien. Sorgsam ausgebildete Kletterkünstler pflücken die Zapfen in den dortigen faszinierenden Wäldern von Hand – man nennt diese Kraxler auch „Zapfenpflücker“.

Die Samen sind ein Versprechen auf die Zukunft und werden mit viel Sachkunde gewonnen, zu uns transportiert und aufbewahrt. Aufgekeimt zu Sämlingen, verbringt der Baby-Nordmann seine ersten drei bis vier Jahre in einer Baumschule. Wenn die kleinen Tannenbäumchen in die Aufzuchtbetriebe geliefert werden, sind sie gerade einmal zehn bis 30 Zentimeter hoch. Das Einpflanzen der Setzlinge in der Tannenbaumkultur erfolgt heute zumeist mit Maschinen, in der idealen Tiefe und mit dem nötigen Abstand.

Dann müssen die Betriebe abwarten, wie sich die Setzlinge in den ersten drei bis vier Jahren entwickeln. Erst dann kann der Weihnachtsbaumerzeuger sagen, ob aus ihnen attraktive Bäume werden. Aber auch die weniger prachtvollen Bäumchen werden in der Folge mit viel mühevoller Handarbeit „aufgehübscht“, um später etwa für perfekte Weihnachtsstimmung auf unseren Plätzen und Straßen zu sorgen.

Wie der Baum in Form gebracht wird

Ab dem sechsten und bis zum neunten Lebensjahr werden die Bäume regelmäßig von Hand in Form geschnitten und bearbeitet.  Dabei gibt es mehrere Arbeitsprozesse: Um zu verhindern, dass die Spitze nicht zu lang und die Astreihen nicht zu weit auseinander wachsen, bedienen sich die Mitarbeiter zunächst einer Spezialzange. Mit ihr regulieren sie den Saftstrom der Bäume und verzögern bestimmte Wachstumsphasen. Durch Herauszwicken der äußeren Triebe steuern sie mit gärtnerischem Wissen den Wuchs der Seitentriebe., Dadurch erhält der Baum eine schmalere Form und einen runden Durchmesser. An den Baumspitzen befestigen die Spezialisten schließlich Stäbe, damit sich Vögel nicht daraufsetzen können und die Spitzen abbrechen. Das Ergebnis der fachkundigen Arbeit: Ein Baum, der zum Fest nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringt!

Mehr über die Arbeit rund um Aufzucht und Pflege finden Sie hier.